Redaktion Live-Fussball.comZuletzt geprüft: 20. Oktober 2026Lesezeit: ca. 3 Min.

Regelkunde

Fußball-Regeln einfach erklärt

Die Regeln des Fußballs werden vom International Football Association Board (IFAB) festgelegt. Wir fassen die wichtigsten Regeln zusammen – damit du Entscheidungen auf dem Platz besser nachvollziehen kannst.

Spielfeld, Ball, Spieler und Spielzeit

Gespielt wird mit zwei Mannschaften zu je elf Spielern, einer davon ist der Torwart. Ein Spiel muss abgebrochen werden, wenn eine Mannschaft weniger als sieben Spieler hat. Die Spielzeit beträgt zweimal 45 Minuten plus Nachspielzeit. Das Tor ist 7,32 Meter breit und 2,44 Meter hoch; der Strafstoßpunkt liegt elf Meter vor dem Tor, der Strafraum reicht 16,5 Meter ins Feld. Die Maße des Spielfelds dürfen in nationalen Spielen in einem bestimmten Rahmen schwanken, bei internationalen Spielen sind sie enger vorgegeben.

Die Abseitsregel

Ein Spieler steht im Abseits, wenn er im Moment des Zuspiels in der gegnerischen Hälfte näher an der Torlinie ist als der Ball und der vorletzte Gegenspieler (meist ist der Torwart der letzte). Abseits allein ist nicht strafbar – erst wenn der Spieler aktiv ins Spiel eingreift, zum Beispiel den Ball spielt oder einen Gegner behindert, wird die Situation geahndet. Aus einem Abstoß, Einwurf oder Eckstoß heraus gibt es kein Abseits. Die Folge ist ein indirekter Freistoß für die gegnerische Mannschaft.

Fouls, Karten und Freistöße

Unfaire Aktionen wie Treten, Halten oder Stoßen werden mit Freistoß oder, im eigenen Strafraum, mit Strafstoß geahndet. Der Schiedsrichter kann zusätzlich eine Gelbe Karte (Verwarnung) oder eine Rote Karte (Platzverweis) zeigen. Zwei Gelbe Karten in einem Spiel führen zu Gelb-Rot und damit ebenfalls zum Platzverweis. Ein Spieler, der des Feldes verwiesen wird, darf nicht ersetzt werden; die Mannschaft spielt in Unterzahl weiter. Bei einem direkten Freistoß kann direkt aufs Tor geschossen werden, bei einem indirekten Freistoß muss der Ball vor einem Torerfolg einen weiteren Spieler berühren.

Handspiel und Rückpassregel

Strafbar ist ein Handspiel, wenn ein Spieler den Ball absichtlich mit Hand oder Arm berührt oder die Körperfläche mit dem Arm unnatürlich vergrößert. Die genaue Beurteilung gehört zu den meistdiskutierten Fragen im Fußball. Für Torhüter gilt die Rückpassregel: Spielt ein Mitspieler den Ball absichtlich mit dem Fuß zum Torwart zurück, darf dieser ihn nicht mit den Händen aufnehmen. Sie gilt seit 1992 und hat das Spiel erheblich schneller gemacht.

Videobeweis und Technik

Der Video-Assistent-Schiedsrichter (VAR) darf nur bei klaren Fehlentscheidungen und schwerwiegenden übersehenen Vorfällen eingreifen – etwa bei Toren, Strafstößen, direkten Roten Karten und Spielerverwechslungen. Die endgültige Entscheidung trifft stets der Schiedsrichter auf dem Platz. Ergänzend sorgt die Torlinientechnologie dafür, dass ein Tor automatisch erkannt wird, wenn der Ball die Linie vollständig überschritten hat.

Weiterführende Seiten

Begriffe wie „Nachspielzeit“, „Hattrick“ oder „Elfmeterschießen“ erklärt unser Glossar. Wie Regeln im Pokal wirken, steht auf der Seite zum DFB-Pokal. Verbindlich sind immer die aktuellen Spielregeln des IFAB.

Einwurf, Eckstoß und Abstoß

Verlässt der Ball das Spielfeld über die Seitenlinie, gibt es Einwurf für die Mannschaft, die den Ball nicht zuletzt berührt hat. Der Ball wird mit beiden Händen über den Kopf eingeworfen; direkt aus einem Einwurf kann kein Tor erzielt werden. Geht der Ball über die Torlinie, entscheidet der letzte Kontakt: Berührte ihn zuletzt der Angreifer, gibt es Abstoß, berührte ihn zuletzt ein Verteidiger, gibt es Eckstoß. Beim Abstoß darf der Ball direkt ins Spiel gebracht werden; er muss den Strafraum nicht mehr verlassen.

Vorteilsregel und Schiedsrichterentscheidungen

Der Schiedsrichter kann das Spiel weiterlaufen lassen, wenn ein Foul der benachteiligten Mannschaft einen Vorteil verschafft. Er kann die Unterbrechung nachträglich verhängen, wenn der Vorteil ausbleibt. Entscheidungen auf dem Platz gelten als „Tatsachenentscheidungen“: Sie sind grundsätzlich endgültig, es sei denn, der Videoassistent greift in einem der erlaubten Fälle ein. Für Zuschauer wirkt das oft ungewohnt, soll aber den Spielfluss schützen.