So funktioniert der DFB-Pokal
Der Pokal wird im reinen K.-o.-System gespielt: Wer verliert, scheidet aus. In der Regel starten 64 Mannschaften – die Vereine der Bundesliga und 2. Bundesliga, die bestplatzierten Drittligisten sowie Amateurvereine, die sich über die Landespokalwettbewerbe der Landesverbände qualifiziert haben. Bei Gleichstand nach 90 Minuten gibt es eine Verlängerung und gegebenenfalls ein Elfmeterschießen. Wer in den frühen Runden unterklassig ist, genießt oft Heimrecht; das erhöht die Überraschungschancen.
Das Finale in Berlin
Das Endspiel wird traditionell im Berliner Olympiastadion ausgetragen, und zwar seit 1985 – damals wurde es dauerhaft nach Berlin vergeben. Die Stimmung ist besonders, weil beide Fanlager viele Zuschauer mitbringen und das Spiel am Saisonende steht. Der Sieger erhält den DFB-Pokal und – sofern nicht bereits über die Liga qualifiziert – einen Startplatz in der Europa League.
Pokalsieger 2014/15 bis 2024/25
| Saison | Pokalsieger | Finalgegner |
|---|---|---|
| 2014/15 | VfL Wolfsburg | Borussia Dortmund |
| 2015/16 | FC Bayern München | Borussia Dortmund |
| 2016/17 | Borussia Dortmund | Eintracht Frankfurt |
| 2017/18 | Eintracht Frankfurt | FC Bayern München |
| 2018/19 | FC Bayern München | RB Leipzig |
| 2019/20 | FC Bayern München | Bayer 04 Leverkusen |
| 2020/21 | Borussia Dortmund | RB Leipzig |
| 2021/22 | RB Leipzig | SC Freiburg |
| 2022/23 | RB Leipzig | Eintracht Frankfurt |
| 2023/24 | Bayer 04 Leverkusen | 1. FC Kaiserslautern |
| 2024/25 | VfB Stuttgart | Arminia Bielefeld |
Den Pokalsieger 2025/26 und frühere Jahrgänge findest du in der offiziellen Chronik auf dfb.de. Wir ergänzen die Liste erst nach Abgleich mit den offiziellen Daten, damit hier keine ungeprüften Angaben stehen.
Warum Pokalspiele so unberechenbar sind
Im Pokal zählt nur das eine Spiel. Ein Favorit, der in der Liga stabil auftritt, kann an einem Abend gegen einen Außenseiter mit viel Einsatz scheitern. Dazu kommen Faktoren wie Rotation (Trainer schonen Stammspieler), Platzverhältnisse bei Amateurvereinen und die besondere Motivation des Underdogs. Mehr Begriffe rund um den Wettbewerb – von „Elfmeterschießen“ bis „Verlängerung“ – erklären wir im Glossar.
Die Geschichte des DFB-Pokals
Der Wettbewerb wurde erstmals 1935 ausgespielt und hieß damals Tschammerpokal; der erste Sieger war der 1. FC Nürnberg. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Wettbewerb 1952/53 unter dem Namen DFB-Pokal neu gestartet. In der DDR gab es parallel den FDGB-Pokal; seit der Wiedervereinigung wird der Pokal gesamtdeutsch ausgespielt. Rekordsieger ist der FC Bayern München, der den Wettbewerb häufiger gewonnen hat als jeder andere Verein.
Auslosung und Rundenmodus
Die Paarungen jeder Runde werden öffentlich ausgelost, in der Regel im Rahmen einer Fernsehsendung und häufig mit prominenten Gästen als „Losfee“. In den frühen Runden gilt: Der unterklassige Verein erhält Heimrecht, sofern zwei Teams aus unterschiedlichen Spielklassen aufeinandertreffen. Die genauen Setzregeln legt der DFB jedes Jahr in der Spielordnung fest.
Amateure im Pokal
Die Teilnahme am DFB-Pokal ist für Amateurvereine ein Höhepunkt. Wer es über den Landespokal schafft, bekommt oft zum ersten Mal ein Spiel in einem größeren Stadion und im Fernsehen, manchmal auch Zusatzeinnahmen durch TV-Gelder und Zuschauer. Für die Außenseiter gilt: Wenn sie die frühe Phase gut überstehen, wachsen Selbstvertrauen und Erfahrung – und gelegentlich folgt tatsächlich die Pokalsensation.
